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Info der VetMed Uni Wien: Shamonda-like Virus beim Pferd

Veterinärmedizinische Universität Wien | Klinisches Department für Kleintiere und Pferde (03.09.2026) – Das Mitte August 2026 erstmals bei Rindern in Österreich nachgewiesene Shamonda-like Virus ist erstmals bei zwei verstorbenen Pferden in der Schweiz nachgewiesen worden. Damit könnte eine Ursache für die dort vermehrt gemeldeten neurologischen Symptome bei Pferden identifiziert sein. Noch sind jedoch viele Fragen offen, besonders auch zu Therapie und Prävention. Auch der Nachweis des Virus am lebenden Tier ist noch nicht gelungen.

Das Shamonda-like Virus wird über Gnitzen (kleine, blutsaugende Insekten) übertragen und führt bei Rindern zu einer fieberhaften Allgemeinerkrankung mit Fressunlust, Durchfall und Milchleistungsrückgang. Aborte und Missbildungen bei neugeborenen Kälbern, Lämmern und Zicklein sind ebenfalls möglich. Menschen sind für die Infektion vermutlich nicht empfänglich, das muss allerdings erst durch weitere Untersuchungen auch für das neue „Shamonda-like“-Virus bestätigt werden.
Vorkommen
Aus der ganzen Schweiz sind seit Ende Juli den beiden Pferdekliniken der Vetsuisse-Fakultät, dem Institut Suisse de Médicine Equine (ISME) der Universität Bern und der Pferdeklinik des Universitären Tierspitals Zürich, Pferde mit neurologischen Symptomen gemeldet worden. Die Suche nach der Ursache verlief länger ergebnislos, bekannte infektiöse Erreger konnten ausgeschlossen werden. Nun hat das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) in Kooperation mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern das in den letzten Wochen bereits bei Rindern auftretende Shamonda-like-Virus im Hirnmaterial zweier Pferde nachgewiesen.

Der Nachweis gelang dem IVI an Hirnproben zweier verstorbener Tiere – eines aus Zürich und eines aus Bern. Dies, nachdem die Abteilung Neurologische Wissenschaften der Vetsuisse-Fakultät Erbgut des Virus gefunden hatte. Die Infektion eines Pferdes mit einem Orthobunyavirus der Simbu Serogruppe, zu der dieses neue Virus gehört, wurde in Europa bis anhin noch nie beschrieben. Es wäre jedoch eine plausible Erklärung für die vermehrt aufgetretenen neurologischen Symptome. Ein Nachweis am lebenden Tier ist bis anhin noch nicht gelungen. Es können derzeit lediglich Verdachtsdiagnosen aufgrund der klinischen Befunde und mittels Ausschlusses anderer Ursachen gestellt werden. Das IVI arbeitet mit Hochdruck an einer entsprechenden Diagnostik.

In Österreich wurde bis jetzt noch keine Infektion von Pferden mit dem Shamonda-like Virus nachgewiesen (Stand 31.08.2026). Es ist festzuhalten, dass an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ebenfalls kein gehäuftes Auftreten neurologisch erkrankter Pferde ungewissen Ursprunges festzustellen ist.

Symptomatik
Betroffene Pferde wirken zu Beginn häufig teilnahmslos und abgeschlagen. Im weiteren Verlauf können neurologische Ausfälle auftreten mit ausgeprägter Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen, so dass sie unsicher gehen oder schwanken. Zusätzlich können Muskelzuckungen und eine übermäßige Empfindlichkeit auf Berührung oder andere Reize auftreten. Zum Teil zeigen betroffene Pferde Gleichgewichtsstörungen mit einer schiefen Kopfhaltung, unwillkürlichen Augenbewegungen, Schielen und sehr unsicherem Gang. Bei einem Teil der Pferde scheint die Erkrankung mild zu verlaufen und sich wieder zu bessern. Andere Tiere entwickeln jedoch schwere neurologische Symptome, die eine Euthanasie erforderlich machen.

Behandlung und Prophylaxe
Betroffene Pferde können zum jetzigen Zeitpunkt nur symptomatisch behandelt werden. Die Übertragung erfolgt nach heutigem Wissensstand durch Gnitzen, durch kleine blutsaugende Mücken. Ein konsequenter Mückenschutz senkt daher die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.
Noch sind viele Fragen offen. In Zusammenarbeit mit dem IVI arbeitet die Vetsuisse-Fakultät institutsübergreifend an beiden Standorten intensiv daran, die Auswirkungen des Virus und die Krankheitsentstehung beim Pferd besser zu verstehen. So soll möglichst bald Klarheit herrschen, ob dieses Virus die Ursache der jüngst vermehrt auftretenden Symptome ist.

Rückfragen
Bitte beachten Sie: Der aktuelle Wissensstand ist auf dieser Website abgebildet. Zurzeit haben wir keine weitergehenden Informationen. Wenn es gesicherte Neuigkeiten gibt, werden wir die vorliegenden Informationen ergänzen.

Pferdebesitzerinnen und -besitzer
Bitte wenden sich bei Fragen an ihren Tierarzt oder ihre Tierärztin.

Quellen:

• https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/neuartiges-orthobunyavirus

• https://www.tierspital.uzh.ch/pferdekliniken/shamonda-like-virus-beim-pferd/

• https://isme.unibe.ch/forschung/neues_virus_beim_pferd/index_ger.html

• https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/shamonda-virus/

>> Vetmeduni: Shamondi-like Virus beim Pferd (pdf)

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